Dienstag - 07.09.2010  
 
 

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Wir lesen für Sie regelmäßig über 50 Publikationen aus aller Welt, wie Fortune (New York), The Economist (London) und Tageszeitungen wie Le Monde (Paris) sowie Studien von Banken oder internationalen Organisationen. Alle 14 Tage werden die wesentlichen Informationen, unter Angabe der Quelle, von uns zusammengefasst, interpretiert und durch eigene Recherchen und Exklusivberichte ergänzt.

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Begleitbrief der aktuellen Ausgabe (Nr.14 / 26.07.10):
Guten Tag!

Zivilcourage ist in Deutschland immer noch ein Fremdwort. Das habe ich an dem Echo auf meinen Kommentar in der vorherigen Ausgabe über die Überwachungsgefahren im Internet realisieren müssen. Kaum ein anderes Thema hat so viele Anrufe und Mails angeregt wie dieses Thema. Die Entrüstung ist groß; doch öffentlich, zum Beispiel im ETAGE Forum, wollte sich keiner exponieren.
Inzwischen ist das Thema in anderen Publikationen aufgegriffen worden. Die Usancen von Facebook, die ich selbst erlebt hatte und die mich zu meinem Kommentar angeregt hatten, wird zumindest von Datenschützern inzwischen ernst genommen. Die VDI nachrichten berichteten unter der Schlagzeile „Facebook droht Bußgeld bis zu 300 000 Euro“. Der Hamburger Datenschützer Johannes Caspar würde ein Bußgeldverfahren in Hinblick auf die Friend-Finder-Funktion von Facebook einleiten.
Dazu wird es höchste Zeit; denn Facebook nutzt die Naivität vor allem von jungen Leuten, die über den Social-Network-Dienst Kontakte finden wollen. Über den Friend Finder bietet Facebook seinen Mitgliedern an, alle E-Mail-Kontakte an Facebook zu übertragen, um Freunde auf Facebook zu finden. Damit weiß Facebook nicht nur, welche E-Mail-Kontakte das Mitglied pflegt, sondern kann im Umkehrschluß herausfinden, über welche Facebook-Kontakte Nicht-mitglieder verfügen.
Facebook stellt nur die Spitze eines Eisbergs dar. Immer vollkommenere Techniken lassen jeden von uns zu einem gläsernen Menschen werden. So werden übers iPhone und Blueberry Bewegungsprofile der Nutzer erstellt. Das Ziel sei „nur“, Unternehmen eine zielgenaue Werbung zu ermöglichen.
Ganz offiziell werden wir Bürger durch Kameras in Straßen und auf Plätzen, auf Bahnhöfen und Flughäfen erfaßt. Beim Abhören von Telefongesprächen durch Behörden wird nicht nur der Anschlußinhaber ausgehorcht, sondern alle, die mit ihm telefonieren. Das addiert die Zahl der Abgehörten auf Hundert-tausende.
Daß der Widerstand gegen die Überwachung von Staat wie Unternehmen wächst, hofft

Ihr
Dr. Horst Kerlikowsky

Sie finden unter anderen folgende Themen in dieser Ausgabe:
Tourismus: Gereist wird weiter viel; doch es wird weniger Geld ausgegeben (S. 2)
Ungarn: Der neue Ministerpräsident Viktor Orbán will auf allen Ebenen Reformen (S. 3)

Hier können Sie einige Leseproben aufrufen.

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